- Die Ausbreitung von HIV/Aids soll zum Stillstand
gebracht und zum Rückzug gezwungen werden.
- Der Ausbruch von Malaria und anderer schwerer
Krankheiten soll unterbunden und ihr Auftreten zum Rückzug gezwungen
werden.
Die Ausbreitung von HIV/Aids stoppen
Im Jahr 2002 starben 3,1 Millionen Menschen
an AIDS. Weitere 42 Millionen Menschen sind mit HIV/AIDS infiziert.
AIDS ist eine der lähmendsten Geißeln der jüngeren Geschichte. Die
Krankheit hat jedes Land getroffen und hat in vielen Ländern Afrikas
südlich der Sahara verheerende Auswirkungen. Wenn dies auch beängstigend
ist, so kann doch bei der ersten Zielvorgabe von Millenniums-Entwicklungsziel
6 - den Ausbreitungstrend der Krankheit bis 2015 umzukehren - auf über
zwanzig Jahre erfolgreiche Prävention und Behandlungsmaßnahmen zurückgegriffen
werden. Ferner verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten
Nationen im Jahr 2001 eine eindeutige Erklärung zum Schweregrad der
Epidemie und betonte die Notwendigkeit entscheidender Maßnahmen als
politische Wegweiser.
Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
(pdf)
Der Umgang mit HIV/AIDS erfordert eine
starke Führung, um der Trägheit der Institutionen zu begegnen und um
sich den sozialen Themen zu widmen, die die Epidemie vorantreiben.
Dazu gehören Stigmatisierung, Diskriminierung und ungleiche
Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen. Der Frauenanteil
der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, ist stetig gestiegen, von 41
Prozent im Jahr 1997 auf 50 Prozent Ende 2002 – Frauen
und Aids. Im südlichen Afrika ist die Wahrscheinlichkeit, dass
eine junge Frau HIV-positiv ist, vier- bis sechsmal größer, als bei
Männern der gleichen Altersgruppe. In Präventions- und Behandlungsprogrammen
muss ausdrücklich auf die Bedingungen eingegangen werden, die einige
Gruppen anfälliger für eine Infektion machen, und auf die es zurückzuführen
ist, dass diese Gruppen mit geringerer Wahrscheinlichkeit medizinische
Hilfe in Anspruch nehmen.
Quelle: Bericht über die menschliche
Entwicklung 2003, S. 53
Die Ausbreitung von Malaria und anderen
schweren Krankheiten stoppen
Malaria und Tuberkulose gehören zu den
Infektionskrankheiten, die insbesondere in Entwicklungsländern eine
der Haupttodesursachen bei Erwachsenen darstellen. Um die zweite Zielvorgabe
von Millenniums-Entwicklungsziel 6 – den Ausbreitungstrend von Malaria
und anderen schweren Krankheiten bis 2015 umzukehren – zu erreichen,
muss jedes Entwicklungsland die Krankheiten identifizieren, die seiner
Bevölkerung den größten Schaden zufügen, und damit umgehen.
Malaria
Jedes Jahr infizieren sich 500 Millionen
Menschen – fast zehn Prozent der Weltbevölkerung – mit Malaria, und über
eine Million sterben daran. Viele Forscher befürchten, dass sich die
Situation aufgrund von Umweltveränderungen, Unruhen unter der Zivilbevölkerung,
Zivilbevölkerung, Bevölkerungswachstum, ausgedehntem Reisen und der
zunehmenden Resistenz gegen Medikamente und Insektizide sogar noch
verschlechtern könnte. Aber es gibt neue Ansätze zur Malariakontrolle,
und das wachsende internationale Bewusstsein hat zu einer Erhöhung
der Mittel für Forschung und Kontrollmaßnahmen geführt. Doch den Ausbreitungstrend
der Malaria umzukehren erfordert dauerhafte politische und finanzielle
Verpflichtungen, um erfolgreiche Programme auszuweiten und in die Forschung
zu investieren, die diesen Bemühungen großen Auftrieb verleihen würde.
Tuberkulose
Fünfzig Jahre nach der Einführung einer
wirksamen Chemotherapie sterben noch immer fast zwei Millionen Menschen
pro Jahr an Tuberkulose. Dies macht die Tuberkulose neben AIDS zu der
Infektionskrankheit, an der weltweit die meisten Erwachsenen sterben,
und sie fordert eine zunehmende Zahl von Todesopfern. Von 1997 bis
1999 stieg die Zahl der neuen Tuberkulose-Fälle von 8,0 auf 8,4 Millionen.
Wenn dieser Trend anhält, wird die Tuberkulose bis über das Jahr 2015
hinaus zu den Haupttodesursachen bei Erwachsenen zählen. Es ist jedoch
möglich, diesen Trend umzukehren. Die im Jahr 2000 gegründete Partnerschaftsinitiative
„Stop TB“ hat bemerkenswerte Fortschritte bei der Formulierung
eines Plans gemacht, die Ausbreitung der Tuberkulose zum Stillstand
zu bringen. Dieser Plan umfasst umfasst auch den vollständigen finanziellen
Bedarf, um die internationalen Zielvorgaben zu erreichen. In diesem
Rahmen wird dazu aufgerufen, die Kurzzeitbehandlung unter Direktbeobachtung
DOTS (directly observed therapy short-course) zu verbreiten,
anzupassen und zu verbessern. DOTS ist ein bemerkenswert wirkungsvolles
Programm, in dem die Gesundheitshelferinnen und –helfer während der Überwachung
des Behandlungsablaufs ihren Patienten eng verbunden sind.
Quelle: Bericht über die menschliche Entwicklung 2003, S. 121-122
Weitere Grafiken und Tabellen:
Botswana:
Demographische Auswirkungen von HIV/Aids (pdf)
Frauen
und Aids
Weitere Infos:
Homepage
Austrian Development Agency
Homepage
Außenministerium
United Nations
Development Programme
Aktionsbündnis
HIV/Aids Österreich
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