- Die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren soll um zwei Drittel
gesenkt werden
Im südlichen Afrika sterben noch immer 17 Prozent der Kinder vor dem
sechsten Lebensjahr. Laut UNO-Entwicklungsbericht werden zwar insgesamt
Fortschritte bei der Verringerung der Kindersterblichkeit verzeichnet.
Aber beim gegenwärtigen Tempo würde in Afrika südlich der Sahara die
angestrebte Senkung um zwei Drittel erst in 150 Jahren erreicht werden.
Selbst wenn Entwicklungsländer Fortschritte in der Gesundheitsversorgung
machen, hat laut UNO meist nur ein Teil der Bevölkerung etwas davon.
Nach wie vor sterben mehr Kinder am Land als in Großstädten. In Kambodscha
beispielsweise, wo 85 Prozent der Bevölkerung am Land leben, arbeiten
nur 13 Prozent der Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitswesens in
ländlichen Gebieten.
Quelle: Homepage
des BMaA
Quelle: Bericht über die menschliche
Entwicklung 2003, S. 88
Hauptursachen der Kindersterblichkeit
Um das Millenniums-Entwicklungsziel 4
zu erreichen, muss gegen die Hauptursachen der Kindersterblichkeit vorgegangen
werden. Die Maßnahmen der technischen Hilfe müssen sich auf die Unterernährung
und auf ansteckende und durch Parasiten übertragene Krankheiten und
Immunisierungen konzentrieren und von einem leistungsfähigeren gesundheitlichen
Grundversorgungssystem umgesetzt werden.
Unterernährung
Auf ein niedriges Geburtsgewicht folgt
oft eine Unterernährung des Kindes. Sie hängt direkt mit der Gesundheit
der Mutter vor und während der Schwangerschaft zusammen. Auch lässt
sich die Gesundheit von Müttern und ihren Kindern erheblich verbessern,
wenn man den Zugang zu Leistungen im Bereich der reproduktiven Gesundheitsversorgung
ausweitet und eine ausreichende Ernährung sicherstellt. Durch solche
Maßnahmen gelang es im Jahr 1999 den am wenigsten entwickelten Ländern,
eine Versorgung mit Nahrungszusätzen von 80 Prozent zu erreichen.
Ansteckende und durch Parasiten übertragene
Krankheiten
Es wird erwartet, dass sich in den am
schlimmsten betroffenen Gebieten die HIV/AIDS-bedingte Sterblichkeit
von Kindern unter fünf Jahren bis zum Jahr 2010 mehr als verdoppeln
wird. In vielen Ländern ist die Bekämpfung von HIV/AIDS - und die ausdrückliche
Berücksichtigung von spezifischen Problemen der Frauen und Kinder -
eine der obersten Entwicklungsprioritäten (siehe Potenzial und Handlungsspielraum
von Frauen ?).
Unterdessen sterben jedes Jahr mehr als
400.000 Kinder an Malaria - was diese Krankheit in vielen Ländern
zu einer weiteren Priorität macht.
Zwar sind in den 1990er Jahren weniger
Kinder unter fünf Jahren an Durchfall gestorben, doch die Krankheit
fordert bei Kindern weiterhin viele Opfer. Ob die Zahlen weiter zurückgehen,
wird davon abhängen, ob die Familien Durchfallerkrankungen zu Hause
behandeln können (durch verstärkte Flüssigkeitszufuhr und indem sie
erkrankten Kindern weiter zu Essen geben) und ob sie, wenn erforderlich,
Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen. Auch die Ausweitung des Zugangs
zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen wird dazu beitragen,
dass nicht mehr so viele Durchfallerkrankungen auftreten.
Schließlich sind fast 20 Prozent aller
Todesfälle bei Kindern in Entwicklungsländern auf akute Atemwegsinfektionen zurückzuführen.
Doch die meisten dieser Infektionen ließen sich leicht verhindern.
Daten aus 42 Ländern zeigen, dass nur bei der Hälfte der Kinder mit
solchen Infektionen medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird. In
Westafrika liegt ihr Anteil bei nur einem Fünftel. Ein funktionierendes
Gesundheitssystem, dass die Zahl der Stellen, wo medizinische Hilfe
geleistet wird, in unterversorgten Gebieten erhöht, ist eine entscheidende
Voraussetzung, um gegen diese Todesursache vorzugehen.
Immunisierungen
Nachdem Immunisierungen in Südasien über
viele Jahre zugenommen hatten, stagnieren sie auf dem Niveau von 1990,
und in Afrika südlich der Sahara sind sie zurückgegangen. Doch wie
die in regelmäßigen Abständen durchgeführten staatlichen Kampagnen
gegen Kinderlähmung zeigen, ist es möglich, einen höheren Immunisierungsgrad
zu erreichen. Zwischen 1998 und 2000 wurde durch die Kampagne die Zahl
der neuen Polio-Fälle um 99 Prozent reduziert. Zu den Maßnahmen der
Kampagne gehörten breite Bildungs- und Öffentlichkeitskampagnen und
bessere Routine- Immunisierungen sowie eine bessere Überwachung.
Quelle: Bericht über die menschliche Entwicklung 2003, S. 121
Weitere Grafik:
Kindersterblichkeit
(pdf)
Weitere Materialien:
Fotoausstellung
zu Kinderarbeit und Kinderrechten von Don Bosco JUGEND DRITTE WELT
Weitere Infos:
Homepage
Austrian Development Agency
Homepage
Außenministerium
United
Nations Development Programme |