Enkwan Dahina Matu* - Willkommen
Äthiopien – Schwerpunktland österreichischer
Entwicklungszusammenarbeit in Afrika
Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts brach
eine anhaltende Dürrekatastrophe über Äthiopien (siehe dazu Statistik,
Geschichte, Übersichtskarte) herein. Die Fotos hungernder Menschen
gingen rund um die Welt. Im Ausland
ist Äthiopien dieses Image bis heute geblieben. So ungerecht das
auch erscheinen mag, so sehr stimmt leider, dass viele Menschen nicht
wissen, woher das Brot für den nächsten Tag kommen soll. Jährlich sind
2 bis 3 Millionen ÄthiopierInnen auf Lebensmittelhilfe angewiesen.
Vorrangiges Ziel der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ist
somit die Bekämpfung der Armut und des Hungers.

Foto: Stefan Pleger (CARE)

Foto: G. Stachel
Strategische Grundlage ist dabei das s.g Poverty
Reduction Strategy Paper (PRSP), das den Rahmen für
alle Interventionen im Entwicklungsprozess bilden soll.
Die Poverty Reduction Strategy Papers
(PRSP) gibt es für zahlreiche s.g. Entwicklungsländer.
Diese Strategiepapiere wurden, bzw. werden von den einzelnen
Regierungen in Zusammenarbeit mit der betroffenen Bevölkerung
( Participatory
Approach) sowie zivilgesellschaftlichen
(u.a. NGOs) und internationalen Partnern (z. Bsp.: Weltbank) erstellt.
Sie beschreiben die strukturelle Situation eines Landes und
entwickeln daraus ein Leitbild für
eine umfassende ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung
des Landes und dienen als Grundlage für die Programm- und Projektentwicklung
sowohl staatlicher als auch nicht-staatlicher Organisationen.
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Dieser umfassende „Entwicklungsplan“
bildet auch den Hintergrund für das aktuelle österreichische
Landesprogramm das
sich auf die Teilprogramme Gesundheit, Nahrungsmittelsicherung, Energie,
die Gleichstellung von Frauen und
Männern sowie Demokratieförderung konzentriert.
Neben zahlreichen anderen österreichischen Organisationen
(z. Bsp.: Ärzte ohne Grenzen, Menschen für Menschen, Horizont 3000, Caritas Feldkirch, Licht für die Welt) engagiert sich CARE Österreich innerhalb
dieses Landesprogramms im Sektor Gesundheitsvorsorge.
Im Rahmen dieser Aktivitäten werden als übergeordnete
Ziele die Millennium Development Goals (MDGs) 1, 3, 4, 5, 6 verfolgt.
Ein Interview mit
dem in Wien lebenden äthiopischen
Studenten Lalisa Alemayehu, die aktuelle Film-Dokumentation:
Ferne Nachbarn – Äthiopien und einige Hörbeispiele äthiopischer
Musik sind eindrucksvolle audio-visuelle Dokumente zu den Lebensbedingungen
und zum Alltag im Land.
* Amharisch ist die
offizielle Sprache Äthiopiens, während Englisch, Französisch
und Italienisch verbreitet sind, diese Sprachen werden vor
allem in geschäftlichen und akademischen Kreisen gesprochen.
Im ganzen Land gibt es über achtzig Sprachen mit über 200 Dialekten.
Man kann die Sprachen und Völker in vier Hauptgruppen unterteilen:
Die grösste Gruppe bilden die Semiten zu denen das Amharisch
und das Tigreña gehören, dann kommen die Hamiten (auch Kuschiten
genannt (hebräisch Kuschim = Äthiopier) zu denen das Oromo
und das Somali gehören, danach kommt die omotische Sprachfamilie
zu der unter anderem das Mursi und das Bodi gehören und am
wenigsten vertreten ist die nilo-saharanische Sprachfamilie.
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